Philipp’s Travel Blog
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↑ Etappe von „USA — Auslandssemester in Boulder"

Der absolute Höhepunkt des Auslandssemesters: The Great American Roadie. 11 Tage durch den Südwesten — Wüsten, Canyons, Felsen und schließlich Schnee. Die Kern-Crew aus Boulder (Josh, Nathan, Otto, Mihnea, Matt und Philipp) hat im Turo-Mietwagen knapp 10 Dollar pro Nacht gespart, indem zu sechst in billigen Motels geschlafen und gekocht wurde. In Kanab trafen wir auf Ruby und Kara aus der Aussie/Kiwi-Crew, und in Vegas gab es mit Anthony noch Verstärkung für die Casinos und den Omnia Club. Von dort schrumpfte die Gruppe, bis wir in Silverthorne beim Thanksgiving-Dinner und anschließenden Skitagen in A-Basin und Copper Mountain den perfekten Abschluss fanden.

Ein Park pro Tag, dann Vegas, dann Pulver — das ist USA in 11 Tagen."
  1. Great Sand Dunes (CO) — Wüste auf 2.500 m
  2. Forrest Gump Point auf der US-163
  3. Monument Valley Visitor Center
  4. Horseshoe Bend (Arizona) — direkt am Abgrund
  5. The New Wave (AZ) — Wunderschöne Felsen zum Sonnenuntergang
  6. Zion · Schneesturm-Pivot
  7. Grand Canyon North Rim — spektakuläre Aussichten
  8. Vegas Omnia Club am 21.11. mit Anthony
  9. Capitol Reef NP — trippige Felsen
  10. Thanksgiving in Silverthorne
  11. Skifahren am Copper Mountain als Ski-Bonus
7 Stopps · Route: Auto

The Great American Roadie, oder Four Corner Cruise – es gibt viele Namen für diesen 11-Tage-Trip. Angefangen hat alles in Denver, wo wir mit all unserem Gepäck inklusive Snowboard unseren Turo-Mietwagen abgeholt haben. Die Truppe aus Boulder stand fest: Otto, Matt, Josh, Mihnea, Nathan und ich.

The Great American Roadie: Wüste & Pueblos

Der erste Spaß erwartete uns direkt auf dem Weg zu den Great Sand Dunes. Wir haben in einem Walmart gehalten und den “US Fat Lifestyle” ausprobiert: Auf den Elektro-Wagen für Übergewichtige sind wir alle zusammen durch die Gänge gecruist. Danach wurde es kurz ziemlich skurril, als wir mitten im Nirgendwo in Colorado beim UFO Watchtower standen – einfach so ein Wachturm in der Wüste.

Die Great Sand Dunes tauchen dann völlig unvermittelt auf. Wir sind mitten in Colorado, fernab vom Meer, und plötzlich liegen da gigantische Sandtürme. Wir sind zuerst auf ein Schild geklettert, haben gechillt und sind dann für den Sonnenuntergang hoch in die Dünen. Das war extrem anstrengend, vor allem für Mihnea und mich, aber die Aussicht war es absolut wert. Danach ging es ins erste Motel in Alamosa. Um Budget-freundlich zu bleiben (etwa ein Zehner pro Nacht pro Nase), teilten wir uns zu sechst Zimmer mit drei Betten und kochten fast jeden Abend im Badezimmer. Das hat zwar abenteuerliche Gerüche hinterlassen, aber wir haben Geld gespart!

Am nächsten Tag stoppten wir im San Juan National Forest bei den Treasure Falls. Josh und Otto etablierten hier ihre neue Tradition: Bei jedem großen Sight-Stopp ein Foto mit blankem Hintern zu machen. Weiter ging es zum Mesa Verde Nationalpark. Wir schauten uns das Kulturzentrum an und erfuhren mehr über die indianische Bevölkerung. Eine Führung durch die Felsenwohnungen der Anasazi haben wir ausgelassen; wir betrachteten das Highlight stattdessen mit dem Fernglas aus der Ferne von einem der Tafelberge. Nach einem fantastischen Sonnenuntergang auf der Straße checkten wir im Ort Cortez ein.

Utah Bound & Desert Magic

Am nächsten Tag passierten wir die Grenze zu Utah und kletterten sofort für das obligatorische Foto auf das wunderschöne “Live Elevated” Schild. Vorbei am “Mexican Hat” (der Name passte perfekt!) erreichten wir mein erstes großes “Wow”-Highlight: den Forrest Gump Point auf der US-163. Von dort sieht man geradewegs auf das Monument Valley. Am Monument Valley Visitor Center habe ich mir dann noch mein geliebtes Souvenir-T-Shirt gegönnt.

Ein weiterer Stopp war der gigantische Glen Canyon Dam, bevor wir schließlich am Horseshoe Bend standen. Das war echt verrückt: Dort gibt es teilweise gar keine Absperrungen am Canyonrand! Du stehst einfach so hunderte Meter über dem Colorado River. Wir sind auf T-Shirt-Wetter getroffen und haben unzählige Weitwinkel-Fotos gemacht, dabei aber immer einen respektvollen Sicherheitsabstand zum Rand gehalten. Den berühmten Antelope Canyon ließen wir übrigens aus – die Permits waren uns dort einfach zu teuer (bleibt auf der Bucket-List).

Dafür war der nächste Halt ein absoluter Traum: The Wave stand eigentlich auf dem Plan, aber weil wir in der Lotterie kein Glück hatten (ein System, das echt nervig ist, wenn man so viel Vorlauf plant!), wichen wir auf The New Wave aus. Und das hat sich mehr als gelohnt! Beim Sonnenuntergang leuchteten die Felsen, wir sind geklettert, herumgewandert und haben unglaubliche Farben auf die Kamera gebannt. Landschaftlich definitiv einer der schönsten Orte auf dem gesamten Trip. Abends landeten wir schließlich im Basecamp in Kanab, wo wir Ruby und Kara aus der anderen Crew trafen. Unser Motelzimmer platzte aus allen Nähten – alle kochten gemeinsam, und der Gestank erreichte neue Dimensionen.

Schneesturm in Zion & Abgründe am Grand Canyon

Ursprünglich wollten wir in den Grand Canyon, aber wir hörten im Radio, dass es einen Schneesturm gab und alles gesperrt wurde. Unglaublich: Einen Tag vorher liefen wir noch im T-Shirt herum! Also schwenkten wir um auf den Zion Nationalpark. Trotz des schlechten Wetters war es atemberaubend, als wir aus dem Tunnel heraus in dieses Tal fuhren. Wir machten eine weite Wanderung durch den roten Sandstein und lieferten uns eine Schneeballschlacht. Leider hatten wir die Lotterie für “Angels Landing” nicht gewonnen – das muss ich irgendwann zwingend nachholen.

Der nächste Tag begann in der Kälte. Arschkalt, um genau zu sein: Ein Sunrise Hike in den Coral Pink Sand Dunes. Danach ging es weiter zum Grand Canyon North Rim. Dort lag immer noch Schnee, da das North Rim deutlich höher liegt. Wir kletterten auf einen ausgesetzten Felsvorsprung, unter dem es buchstäblich hunderte Meter steil abwärts ging. Das kostete viel Überwindung, aber das Gefühl (und die Bilder!) waren gigantisch.

Abends stand ein besonderes Ereignis an: Ernies (Joshs) Geburtstag! Da die Mormonen in Utah bezüglich Alkohol sehr streng sind, fuhren wir rüber nach Arizona in das Kaff Fredonia zur Buckskin Tavern. An der Bar hing ein riesiges Schild: “Lawful concealed carry permitted”. Absolute Redneck-Vibes! Aber wir kamen super mit den Leuten dort aus, rockten die Hütte und feierten richtig untouristisch in einem der unerwartetsten Höhepunkte der Reise.

Vegas, Baby

Am nächsten Tag hieß es: Vegas, Baby! Auf dem Weg dorthin hielten wir am beeindruckenden Hoover Dam, wo Josh und Otto unter den Blicken unzähliger Touristen kopfschüttelnd ihre Blankzieh-Challenge durchzogen.

Las Vegas war ein wildes Erlebnis. Zuerst aßen wir komplett überteuerte (und nicht einmal besonders gute) Chicken Wings bei Hooters (OYO Hotel). Dann schauten wir uns in der Stadt um. Alles ist unauthentisch, fußgängerfeindlich, aber auf seine Art total abgefahren – wie das Caesars Palace mit dem Fake-Himmel, durch das man zwischen Shopping Mall und Spielautomaten umherwandert. The Sphere sahen wir nur von außen.

Am Abend traf Anthony zu uns, der dort ein Mädel besuchte. Wir liefen lässig mit Zigarren und Bier durchs Casino (was man in den USA eigentlich nirgends sonst machen kann) und verbrachten die Nacht im Omnia Club (Caesars Palace). Dieser gigantische Lichtstrahler, der von der Decke abfährt und das grüne Laserlicht über die Menge zieht, war der absolute Wahnsinn. Später versenkten wir noch ein wenig Geld an den Blackjack-Tischen und legten uns in “The Strat”, das überraschend bezahlbar war, zum Schlafen.

The Mighty 5 Finish & Thanksgiving in Colorado

Nach Vegas wurde es stressig. Wir fuhren ewig weit zum Bryce Canyon Nationalpark. Es war eigentlich schon zu spät für eine Wanderung, also sahen wir uns das unglaubliche Amphitheater und die orangen Hoodoos nur von oben an. Dann ging es weiter zum Capitol Reef Nationalpark. Die löchrigen Felsstrukturen dort sind absolut trippy (nichts für Trypophobiker!) und sahen aus wie das ultimative Paradies für Kletterer, die sich dort auch prompt abseilten. Wir übernachteten im kleinen Ort Bicknell im Aquarius Inn.

Dann begann der zweite, sportlichere Teil: Das Thanksgiving- und Ski-Wochenende in Colorado. Wir kamen in unserer Unterkunft in Silverthorne an. Anthony blieb in Vegas, Otto flog zu seiner Freundin nach LA – die Gruppe schrumpfte auf Matt, Kara, Ruby, Mihnea, Josh und mich. In unserer Basecamp-Unterkunft – inklusive Whirlpool! – gab es ein schönes Thanksgiving Dinner.

Den Skitag am 24. verbrachten wir in Arapahoe Basin (A-Basin). Dort trafen wir eine andere deutsche Truppe. Es gab noch nicht viel Schnee, aber dafür war der soziale Aspekt extrem lustig. Am 25. November ging es dann nach Copper Mountain. Hier war der Schnee wesentlich besser, und so hatten wir noch mal einen richtig genialen Skitag, der diesen Wahnsinns-Roadtrip der Auslandssemester-Zeit gebührend beendete.

  1. Angels Landing Permit nicht gewonnen
  2. Grand Canyon zuerst wegen Schneesturm gesperrt
  3. Antelope Canyon aus Kostengründen ausgelassen
  4. Las Vegas ist absurd fußgängerfeindlich
  1. Angels Landing im Zion NP
  2. Antelope Canyon bei Page
  3. Grand Canyon South Rim