Philipp’s Travel Blog
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↑ Etappe von „USA — Auslandssemester in Boulder"
Cleveland, Niagara Falls, Toronto und Detroit

Cleveland, Niagara Falls, Toronto und Detroit

Dieser Trip war unglaublich abwechslungsreich. Von der industriellen Rust-Belt-Atmosphäre Clevelands, über die gewaltige Kraft der Niagarafälle und das sommerliche, lebendige Toronto bis hin zur gruseligen Geisterstadt-Stimmung in Detroit. Ein langes Wochenende voller extremer Kontraste, tollem Wetter und richtig viel Fahrerei.

Buffalo Soldier in the heart of America."
  1. Die unglaubliche Energie des Wassers direkt unter den Niagarafällen (US-Seite)
  2. Die Skyline von Toronto und Bootstour nach Centre Island im T-Shirt-Wetter
  3. Gefühlt endlose Fahrt mit Bob Marleys 'Buffalo Soldier' als Hymne
  4. Fast-Überfall-Vibes an einer düsteren Tankstelle in Detroit
3 Stopps · Route: Flug + Auto

Die Idee: Ein One-Way-Roadtrip

Die Niagarafälle standen während meines Auslandssemesters schon lange auf meiner Bucket-List. Bei der Recherche nach Flügen stellte ich fest, dass Direktflüge nach Buffalo – direkt an den Fällen – entweder nicht gut passten oder viel zu teuer waren. Die Lösung: Frontier Airlines bot sehr günstige Flüge nach Cleveland (Ohio) und von Detroit (Michigan) zurück. Daraus entstand die Idee eines One-Way-Roadtrips mit Grenzübertritt.

Über verschiedene USA-WhatsApp-Gruppen suchte ich nach Mitreisenden. So fand sich schnell eine Truppe zusammen: Lisa, Yannick und Lena. Wir kannten uns vorher kaum, trafen uns nur kurz in der Bibliothek zur Planung und buchten direkt alles.

”Oh no, darling…” – Start in Cleveland

Schon am Flughafen in Denver erlebten wir den ersten lustigen Moment. Die TSA-Beamtin fragte uns freundlich: „Hi honey, where are you flying to?“ Als wir „Cleveland“ antworteten, entgleisten ihre Gesichtszüge: „Oh no, darling, what are you doing in Cleveland?“ Ein perfekter Vorgeschmack auf den eher rauen Ruf dieser Region – dem verlassenen Midwest, dem Rustbelt.

In Cleveland angekommen, stiegen wir zu einem echten Prototyp-Amerikaner ins Taxi. Er hatte einen riesigen Bauch, hielt einen 2-Liter-Becher Softdrink in der Hand und trug eine dicke Kette der lokalen Football-Mannschaft, den Cleveland Browns. Er war unglaublich gesprächig und passionierter Fan – spannend zu sehen, wie stark die Leidenschaft für ein Team in einer Stadt brennt, in der sonst gefühlt wenig passiert.

Am nächsten Morgen holten wir unseren Mietwagen ab und fuhren noch kurz in die Innenstadt. Wir hielten an den Great Lakes, spazierten zum Cleveland Sign und warfen einen Blick auf das Football-Stadion sowie auf die imposante Rock and Roll Hall of Fame.

Fahrt nach Buffalo und saure Wings

Dann ging es auf die Straße in Richtung Nordosten. Es war eine landschaftlich wunderschöne Fahrt, denn wir waren zur perfekten Herbstzeit unterwegs und die Blätter leuchteten in den tollsten Farben. Begleitet wurden wir fast durchgehend von Bob Marleys „Buffalo Soldier“ – das wurde schnell zum großen Running Gag und zur Hymne des Trips: „Buffalo Soldier, in the heart of America!“

Nach gut drei Stunden erreichten wir Buffalo. Aus dem Auto heraus erhaschten wir einen Blick auf die Buffalo City Hall. Der eigentliche Grund für unseren Stopp war jedoch kulinarisch: Wir besuchten die berühmte Anchor Bar, in der die Buffalo Wings erfunden worden sein sollen. Mein Fazit? Eher ernüchternd. Die Marinade war wahnsinnig sauer – wahrscheinlich sehr essiglastig – und als Beilage gab es Stangensellerie. Ein interessantes Gericht, aber nicht ganz mein Geschmack.

Die unglaubliche Power der Niagarafälle

Von Buffalo aus war es nicht mehr weit zu unserem eigentlichen Highlight: den Niagarafällen. Wir entschieden uns dagegen, das berühmte Bootstour-Schiff zu nehmen und wählten stattdessen die Tour zu Fuß unter die Wasserfälle auf der US-amerikanischen Seite (Cave of the Winds).

Das war eine goldrichtige Entscheidung. Bei perfektem Sonnenschein und Regenbogen über dem Wasser gingen wir extrem nah heran. Die unglaubliche Energie und Kraft, mit der einem das Wasser entgegengeblasen wurde, war ein echtes Erlebnis. Trotz ausgehändigter Regenponchos wurden wir völlig durchnässt, aber es war fantastisch, diese Naturgewalt so hautnah zu spüren. Zudem erfuhren wir noch spannende historische Details über die erste Stromerzeugung dort, an der auch Nikola Tesla beteiligt war.

Am Abend überquerten wir problemlos die Grenze nach Kanada und schauten uns die Fälle nochmal von der anderen Seite an. Die gigantischen Horseshoe Falls waren wunderschön bunt illuminiert und bildeten einen tollen Abschluss, bevor wir weiter nach Toronto fuhren.

Toronto: Sommer-Vibes und Centre Island

Wir erreichten unser cooles Airbnb in Toronto spät am Abend. Am nächsten Tag wuchs unsere Gruppe plötzlich stark an, denn Lena traf sich mit einem deutschen Kumpel, der dort ein Auslandssemester machte und direkt noch weitere Leute mitbrachte. Er übernahm sogleich die Rolle unseres lokalen Tourguides.

Wir schlenderten durch die beeindruckende Stadt, vorbei am gewaltigen CN Tower. Mein absolutes Highlight des Tages war jedoch eine Bootsfahrt nach Centre Island auf den Toronto Islands. Wir hatten unglaubliches Glück mit dem Wetter: Ein herrlicher Spätsommertag, echtes T-Shirt-Wetter und eine tolle Aussicht vom Wasser auf die Skyline.

Natürlich probierten wir in Kanada auch Poutine – für mich ein ganz okayer Snack, aber kein kulinarisches Meisterwerk. Zufälligerweise waren auch Laurenz und Max (von meinem Chicago-Trip) gerade in Toronto, sodass wir uns am Abend noch zu einer Graffiti-Tour durch die Stadt trafen. Den perfekten Tag ließen wir alle gemeinsam mit einer großen Party in unserem Airbnb ausklingen.

Grusel-Vibes in Detroit

Am Sonntag traf es mich hart: Leicht verkatert musste ich die lange Fahrt zurück nach Detroit übernehmen. Unterwegs fiel uns auf, dass viele Orte in der Region deutsche Namen tragen – unter anderem passierten wir das Städtchen Dresden.

In Detroit angekommen, erlebten wir dann nochmal einen echten Schreckmoment. Auf der Suche nach einer Tankstelle vor der Mietwagenrückgabe landeten wir in einem völlig verlassenen Viertel. Die meisten Läden waren zugemauert, es herrschte eine gruselige Geisterstadt-Atmosphäre. An der Tankstelle näherten sich uns plötzlich ziemlich zwielichtige Typen, die uns fragten, ob sie für uns tanken sollten. Sie verströmten ziemliche Gang-Vibes, wirkten nervös und die ganze Situation fühlte sich sehr bedrohlich an. Wir brachen den Tankversuch sofort ab und fuhren schnellstmöglich weiter.

Leider hatten wir nicht mehr viel Zeit, Detroit richtig zu erkunden. Aus dem Auto heraus fiel uns jedoch auf, dass Downtown – insbesondere rund um den Chase Tower – einen überraschend guten Eindruck machte. Es war Spieltag der Lions, die Straßen waren voll und die Stimmung lebendig. Ein ziemlicher Kontrast zu dem, was wir kurz zuvor erlebt hatten.

Nach der Mietwagenrückgabe ging es schließlich mit dem Flieger zurück nach Denver. Ein vollgepackter, intensiver Kurztrip, der mir – von den majestätischen Niagarafällen bis zum Fast-Überfall in Detroit – definitiv im Gedächtnis bleiben wird.

Kapitel · USA

USA

Im Atlas öffnen

Die USA-Seite dieses Trips war voller Kontraste: Cleveland als rauer Rust-Belt-Auftakt, Buffalo mit den originalen Wings, Cave of the Winds direkt an der Wasserkante und Detroit zwischen verlassenen Blocks und überraschend lebendigem Downtown.

Rust Belt in drei Akten: Football-Stolz, Buffalo Wings und Detroit-Nervenkitzel."
  • Cleveland Unser Startpunkt. Kurzer Sightseeing-Stopp am Wasser, beim Cleveland Sign und vor dem Stadion der Browns, bevor es mit dem Mietwagen Richtung Osten ging.
  • Cleveland Script Sign (North Coast Harbor) Kurzer Fotostopp am Wasser mit Skyline, See und dem klassischen Cleveland-Schriftzug.
  • Rock and Roll Hall of Fame Das markante Glasgebäude am North Coast Harbor. Wir waren nicht drin, aber es war der klarste Cleveland-Marker unseres kurzen Stopps.
  • Browns Stadium am Lake Erie Football-Kulisse direkt am See. Nach dem Taxi-Gespräch mit dem Browns-Fan passte dieser Stopp perfekt zum Rust-Belt-Einstieg.
  • Anchor Bar Die Geburtsstätte der Buffalo Wings. Ehrlich gesagt fand ich die essiglastige Marinade eher speziell und den Sellerie dazu gewöhnungsbedürftig.
  • Buffalo City Hall Art-Deco-Blick aus dem Auto beim kurzen Buffalo-Stopp, bevor es weiter zu den Fällen ging.
  • Cave of the Winds / Niagara Falls (US) Hier gingen wir zu Fuß extrem nah an die Fälle heran (Cave of the Winds). Die Power des Wassers, das einem mit voller Energie entgegenpeitscht, war atemberaubend.
  • Detroit Unsere Endstation für den Rückflug. Nach einer unheimlichen Begegnung an einer Tankstelle im verlassenen Teil der Stadt waren wir vom lebendigen Downtown umso positiver überrascht.
Kapitel · Kanada

Kanada

Im Atlas öffnen

Der kanadische Abschnitt war ein echtes Highlight. Toronto zeigte sich bei strahlendem Sonnenschein von seiner besten Seite und die abendliche Sicht auf die Niagarafälle war magisch. Großes Plus: Poutine!

Kanada im Spätsommer: Entspannte Vibes, tolle Bootsfahrten und Poutine."
  • Table Rock Centre / Horseshoe Falls Abends auf der kanadischen Seite: Die Horseshoe Falls werden nachts bunt angestrahlt. Ein toller Abschluss des Tages.
  • Toronto Tolle Metropole am See. Mit Lenas Freunden waren wir eine riesige Gruppe, machten eine Bootstour nach Centre Island, schauten uns Graffiti an und feierten im Airbnb.
  • CN Tower Der Fixpunkt der Toronto-Skyline und ständiger Orientierungspunkt beim Stadtspaziergang.
  • Centre Island (Toronto Islands) Die Bootsfahrt hinüber auf die Toronto Islands war bei warmem Spätsommerwetter eines der schönsten Toronto-Erlebnisse.
  • Graffiti Alley Bunte Street-Art-Runde am Abend, als sich unsere Toronto-Gruppe mit Laurenz und Max kreuzte.