Philipp’s Travel Blog
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Kein Trip für die klassische Bucket List, aber eine richtig gute Mischung: viereinhalb Arbeitstage mit Lexi, Baguettes, Fromage und den Moselweinbergen vor der Nase – plus zwei volle Wochenenden unterwegs. Nancy und Metz haben mit Pracht überrascht, Luxemburg mit idyllischen Weinbergen, und die Feierabende gaben mehr her als erwartet. Was bleibt, ist das Gefühl, maximal viel mitgenommen zu haben, ganz ohne einen einzigen Urlaubstag einzusetzen.

Eine Woche Alltag, die sich erstaunlich oft nach Urlaub anfühlte."
  1. Abendlicht und völlige Ruhe in den Weinbergen zwischen Wellenstein und Wintrange
  2. Kulturelle Wucht und Pracht in Nancy und Metz
  3. Feierabend-Wanderung von Schengen hinauf auf den Strombierg
  4. Housesitting-Alltag, Balkon mit Feldblick und Streicheleinheiten für Labrador Lexi
  5. Bœuf Paradis mit Pommes à volonté und Blick aufs Wasser in Metz
5 Stopps · Route: Auto

Erst mal den Stein ins Rollen bringen

Roussy-le-Village in Lothringen, nahe der luxemburgischen Grenze, war nicht der spektakulärste Housesit auf der Plattform TrustedHousesitters – aber ohne eine erste Bewertung bekommt man die Top-Angebote kaum. Ein Aspekt an diesem Sit hat uns allerdings sofort angesprochen: Lexi, die braune Labrador-Dame, hätte die Zwillingsschwester von Charlie sein können, dem Hund meiner Eltern. Somit stand der Plan fest: hier zuverlässig abliefern und eine gute Bewertung sammeln. Wenn später Dublin oder Kopenhagen locken, wo Hotels sonst ein Vermögen kosten, zahlt sich Housesitting erst richtig aus. Soweit der Plan. Mein Housesit in Abu Dhabi zählte kaum; dort übernahm eine Nanny fast alles. Das hier war der erste richtige Sit und der erste gemeinsam mit Tami.

Der erste kleine Flash kam schon auf der Anreise. Wir gingen durch eine völlig normale französische Straße in Nancy und standen plötzlich vor der Place Stanislas: goldene Tore, helle Fassaden, maximal dramatisch. Dazu kamen die Altstadt und die berühmten Macarons de Nancy, deren Tradition tatsächlich aus dieser Stadt stammt – Frankreich zeigte direkt dieses „Kulturübergewicht“, bei dem selbst ein kurzer Zwischenstopp aussieht, als hätte jemand eine Extraportion Eleganz bestellt.

Zweiteilige Collage der Place Stanislas mit dem Denkmal vor dem Rathaus und einem reich vergoldeten Tor
Aus einer normalen Straße direkt ins prachtvolle Gold

Abends begann der neue Alltag mit Lexi. Die elfjährige Labradordame war tiefenentspannt, konnte acht bis neun Stunden allein bleiben und brauchte keine endlosen Runden. Füttern und Spaziergänge über das Feld direkt hinter dem Haus bedeuteten insgesamt etwa eine Stunde Aufwand am Tag und fühlten sich kaum wie eine Einschränkung an. Viel wichtiger als weite Strecken waren für Lexi Streicheleinheiten und Aufmerksamkeit. Ich fand das großartig; Tami fand vor allem eklig, dass Lexi mich ständig abschlecken wollte. Die Rollenverteilung für die Woche stand damit fest.

Zweiteilige Collage mit Steaks auf dem Grill vor dem Abendhimmel und Labrador Lexi entspannt in ihrem Hundebett
Balkon, Steaks und eine tiefenentspannte Lexi – unser Housesitting-Alltag

Am Sonntag bekam Metz seine Chance. Die riesige Cathédrale Saint-Étienne war stark – 6.500 Quadratmeter leuchtendes Buntglas über einem, das macht schon Eindruck. Trotzdem blieb unser Abendessen das eigentliche Gedächtnisbild: tolles Fleisch, diese Sauce, Pommes à volonté und der Blick aufs Wasser im Sonnenuntergang. Wir hatten Hunger. Manchmal ist das die ganze Restaurantkritik, die es braucht.

Zweiteilige Collage mit reich verziertem Portal und großem buntem Glasfenster der Kathedrale von Metz
Die Cathédrale Saint-Étienne – Portal und Glasfenster im Innenraum

Die Kunst, nach Feierabend noch unterwegs zu sein

Montagmorgen holte ich mit Lexi Baguettes, danach wurde gearbeitet. Am Abend stand erst Cattenom vor uns: ein technisches Monster, nur etwa zehn Minuten vom Haus entfernt. Faszinierend, wie selbstverständlich Frankreich Atomkraft nutzt. So nah an diesem Ding zu wohnen, war anfangs etwas unheimlich; rational vertraute ich der Technik. Im Alltag blieb es erstaunlich unspektakulär: kein Lärm, kein Gestank, nur Dampf über den Kühltürmen.

Zweiteilige Collage mit den dampfenden Kühltürmen von Cattenom und zwei Baguettes vor einem französischen Brotautomaten
Unser seltsamer neuer Alltag: links französische Energiepolitik, rechts Baguette aus dem Automaten

Der Kontrast zwischen Arbeit und Erleben wurde zum eigentlichen Thema der Reise. Dienstag nach der Arbeit fuhren wir nach Schengen, lernten verspätet, dass das berühmte Abkommen wirklich nach diesem winzigen Moselort benannt ist, und wanderten über die Felsen des Strombierg bis auf die französische Seite. Weite Blicke über die Mosel, kaum Menschen. Nebenbei tankten wir in Luxemburg für 1,79 Euro statt 2,25 in Frankreich. Offenbar ist Sprit das Einzige, was in Luxemburg günstig ist.

Weiter Blick vom Strombierg über eine Moselschleife, Felder und Wälder; am Horizont die Kühltürme von Cattenom
Nach Feierabend über der Mosel stehen – und am Horizont dampft Cattenom weiter vor sich hin.

Mittwoch scheiterte ich dafür professionell an Sonnenfinsternisbrillen. Wir jagten durch Thionville, telefonierten auf Französisch und Deutsch mit halb Luxemburg und sammelten bei Optikern und Apotheken eine Absage nach der anderen. Meine Laune danach war laut Tami noch anstrengender als die erfolglose Suche – fair. Also bauten wir aus einer Pringles-Dose eine Lochkamera. Man erkannte die partielle Finsternis, mehr aber auch nicht. Doch es ging noch ärger: Unsere Gastgeberin war extra in die spanische Totalitätszone gefahren und sah wegen einer dichten Wolkendecke exakt gar nichts. Aua.

Der Abend, der den ganzen Trip gewann

Donnerstag war Badetag am Baggerweier bei Remerschen. Bei über 36 Grad am Donnerstag und Freitag war er die Rettung: aufgeschütteter Sand, herrlich warmes Wasser. Für mich perfekt, für Tami eher ein Gewässer, das man vor dem Reinspringen skeptisch beäugt. Kann ja nicht jeder eine Wasserratte sein.

Danach spazierten wir zwischen Wellenstein und Wintrange in die Weinberge – und plötzlich war da der schönste Moment der Woche. Keine Autos, kein einziger Mensch, nur schmale Wege, Abendlicht und Reben. Wir lasen auf den Schildern, welcher Wein hier wächst und wem die Parzellen gehören, naschten die eine oder andere Traube und blickten auf die verschlafenen Dörfer hinunter. Frische Luft, absolute Stille, alles unerwartet filmisch. Morgens hatten wir noch gearbeitet, abends standen wir hoch über der Mosel in den Reben.

Schmaler asphaltierter Weg, der sich im warmen Abendlicht zwischen grünen Weinreben hindurchschlängelt
Keine Autos, keine Menschen, nur Abendlicht und Wege zwischen den Reben.

Freitag folgte das Müllerthal. Schéissendëmpel und Kallektuffquell waren wirklich schön: drei Kaskaden unter einer bemoosten Steinbrücke, dazu eine Quelle in einer grünen Felswand. Der Flash-Faktor fehlte trotzdem – vermutlich lag das an unserem unfairen Maßstab. Wer eine Stunde von den Alpen entfernt wohnt und Partnachklamm, Königssee und etliche Schluchten im Kopf hat, ist schwer zu beeindrucken. Die „Luxemburger Schweiz“ war für uns deshalb eher ein schiefer Vergleich als falsche Werbung. Danach schlenderten wir durch Echternach, Luxemburgs älteste Stadt, und tranken ein Glas Crémant aus der Region.

Ein letzter Abend und noch Trier zum Nachtisch

Samstag liefen wir am Großherzoglichen Palast vorbei und weiter über den Chemin de la Corniche. Der Tiefblick in den Grund zeigte sofort, warum Luxemburg so spektakulär liegt: Der massive Felsvorsprung, der die Altstadt fast wie eine Festung umschließt, machte die Stadt einst nahezu uneinnehmbar – und ist mit ein Hauptgrund, warum sich ein so winziges Großherzogtum überhaupt als eigener Staat behaupten konnte.

Blick von der Oberstadt über die steilen Felsen, Dächer und das grüne Tal des Luxemburger Stadtteils Grund
Der Blick von der Corniche hinunter in den Grund erklärte Luxemburg-Stadt besser als jeder Stadtplan.

Danach ging es noch einmal zurück zu Lexi für die Abschiedsrunde, dann ab ins Hotel. Beim Check-in der Klassiker: Das Zimmer war zwar für August gebucht – allerdings versehentlich für 2027. Eine typische Philipp-Aktion. Wir bekamen zum Glück trotzdem ein Bett.

Abends gab es Burger mit Cheddar-Spritze – keine Sauerei, nur ein guter Instagram-Gag. Später saßen wir bei De Gudde Weather am Hang. Romantisch war die Woche auf eine angenehm unaufgeregte Art: viel Zeit zu zweit, wenig Stress und das Gefühl, dass es uns gerade einfach gutging.

Am Sonntag nahmen wir auf dem Heimweg noch Trier mit: Porta Nigra von außen und innen, den Hauptmarkt, einen schönen Park und einen Abstecher am Karl-Marx-Haus vorbei. Dann zurück nach München.

Neun Tage, acht Nächte, drei Länder und unterm Strich das Gefühl: Genau dafür lohnt sich das ganze Unterwegssein.

  1. Die erfolglose Jagd nach Sonnenfinsternisbrillen – vor allem meine Laune danach
  2. Das Luxemburger Hotel versehentlich für 2027 statt 2026 gebucht
  1. Europäisches Museum Schengen
  2. Die Sonnenfinsternis mit einer richtigen Brille erleben
Kapitel · Frankreich

Frankreich

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  • Nancy Aus einer normalen französischen Straße plötzlich ins dramatische Gold der Place Stanislas – ein kleiner Flash.
  • Place Stanislas Goldene Tore und starker erster Eindruck von Nancy.
  • Basilique Saint-Epvre Neugotische Kirche der Nancyer Altstadt; auf den Urlaubsbildern bestätigt.
  • Porte de la Craffe Mittelalterliches Doppeltor am nördlichen Ende der Altstadt; ergänzt die Runde über Saint-Epvre.
  • Roussy-le-Village Basis mit Balkon über den Feldern und Labrador Lexi; der Pin zeigt bewusst nur das Ortszentrum.
  • Metz Sonntagsausflug mit Kathedrale und Bœuf-Paradis-Dinner.
  • Cathédrale Saint-Étienne Die große bekannte Kathedrale von Metz, wegen ihrer enormen Glasflächen auch Lanterne du Bon Dieu genannt; innen besichtigt.
  • L'Assiette au Bœuf Bœuf Paradis mit Sauce Paradis, Pommes à volonté und Blick aufs Wasser; hungrig genau das Richtige.
  • Porte des Allemands Befestigtes mittelalterliches Stadttor und Brücke über die Seille; auf Deutsch auch Deutsches Tor.
  • Kernkraftwerk Cattenom Nur wenige Minuten von der Basis entfernt; Dampf, Kühltürme und Lichter gaben der Anlage dauernde Präsenz.
Kapitel · Luxemburg

Luxemburg

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  • Schengen Denkmäler zur europäischen Reisefreiheit; Museum ausgelassen.
  • Strombierg Grenzüberschreitende Wanderung mit Blick über das Moseltal; Wegdetails noch bestätigen.
  • Baggerweiher Badesee bei Remerschen; für Philipp perfekte Badetemperatur, für Tami weniger einladend.
  • Weinbergwanderung Gemeinsamer Pin für die Weinbergwanderung zwischen Wellenstein und Wintrange; Koordinate von Philipp.
  • Schéissendëmpel Hübscher Wasserfall mit Steinbrücke über drei Kaskaden; schön, aber im Alpenvergleich klein.
  • Kallektuffquell Bemooste Kalktuffquelle als zweites Ziel der Freitagswanderung.
  • Echternach Luxemburgs älteste Stadt; Altstadtrunde und ein Glas Wein.
  • Basilika St. Willibrord Als möglicher besuchter Ort vorgemerkt; noch nicht aus der Sprachmemo bestätigt.
  • Luxemburg-Stadt Sightseeing-Runde mit Großherzoglichem Palast und Chemin de la Corniche, Hotelnacht und letzter Abend.
  • Großherzoglicher Palast Bei der Sightseeing-Runde von außen gesehen; anhand der Urlaubsbilder bestätigt.
  • The SpoT Sehr wahrscheinliches Burgerrestaurant: The SpoT Burger mit Extra-Cheddar-Spritze.
  • Chemin de la Corniche Der Blick hinunter in den Grund erklärte den besonderen Aufbau der Stadt; erinnerte etwas an Salzburg.
  • De Gudde Weather Sommerliche Open-Air-Terrasse am Chemin de la Corniche mit Blick hinunter in den Grund.
Kapitel · Deutschland

Deutschland

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  • Trier Sonntagsstopp auf der Heimfahrt.
  • Porta Nigra Besichtigt und auch hineingegangen.
  • Hauptmarkt Trier Runde über den zentralen Platz der Altstadt.
  • Palastgarten Trier Vorübergehende Zuordnung des in der Memo erwähnten schönen Parks.
  • Karl-Marx-Haus Nur von außen gesehen.

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